PC, Laptop oder Tablet?

Der Kauf eines neuen Rechners steht an. Zur Auswahl stehen Tablet, Laptop/Convertable oder ein klassischer PC. Welches ist die richtige Wahl?

Das Tablet ist schnell abgehandelt: Es ist ein typisches Zweit- oder Drittgerät, kann eigentlich alles, was seine großen Brüder auch können - nur kann es nichts außergewöhnlich gut. Ihm fehlt ein großer Bildschirm und eine echte Tastatur. Das Tablet ist ideal, wenn man im Urlaub mal in die Mails schauen oder lokale Sehenswürdigkeiten im Netz recherchieren will. Auch für daheim, wenn abends im Wohnzimmer "mal schnell geguckt" werden will. Aber für regelmäßige Benutzung, die über Skypen und Mails hinausgeht, ist das Ding einfach weniger gut geeignet. Der Bildschirm ist zu klein, so dass viele Webseiten, die noch nicht "responsive" programmiert wurden, nicht vollständig oder viel zu klein angezeigt werden und man mühsam "reinzoomen und rumschieben" muss. Das CD/DVD-Laufwerk fehlt auf Grund der geringen Abmessungen des Netbooks natürlich ganz. Der große Vorteil sind eben jene geringen Abmessungen und das relativ geringe Gewicht, so dass ein Tablet sehr leicht überall hin mitgenommen werden kann.

Kurz: Nichts für eine ernsthafte Benutzung. Als Zweitgerät oder für den Urlaub durchaus reizvoll.

 

Der klassische PC ist nach meiner Erfahrung in den meisten Fällen die beste Variante als Erstgerät.
Er bietet neben optimaler Leistung in allen Bereichen auch die beste Ergonomie, ist individuell besser konfigurierbar und bietet "mehr Platz", sowohl an Speicherkapazität als auch was Bildschirmfläche und Ablagefläche fürs Arbeiten (Schreibtisch) angeht. Ein aktueller Monitor ist groß, hell und dennoch sehr energieeffizient - und er ist nicht, wie beim Laptop der Fall, an die Eingabegeräte angekoppelt und lässt sich damit individuell ergonomisch platzieren. Der PC ist immer "einsatzbereit" an seinem Platz und man muss nicht erst (im schlimmsten Fall) einen Tisch frei räumen oder eine Steckdose suchen. Maus und Tastatur lassen sich optimal positionieren und sind "griffiger". Er lässt sich in den meisten Fällen schneller und einfacher reparieren oder aufrüsten und seine Lebensdauer ist von allen hier vorgestellten Geräten im Durchschnitt die längste.

 

Ein Laptop hat nur einen grundsätzlichen Vorteil im Vergleich zum PC: Er ist portabel. Die Portabilität wird aber in den meisten Fällen nicht gebraucht! Das Platzargument ist eigentlich nur relevant, wenn man in seiner Wohnung wirklich keinen separaten Platz für den Rechner übrig hat und den Laptop regelmäßig im Schrank verstauen muss.

Oft höre ich bei meinen Kunden, dass ein Laptop so toll ist, weil man dann endlich den Computer vom Schreibtisch verbannen kann und ihn auch mal nach Draußen in den Garten mitnehmen kann. Aber draußen im Garten, bei schönem Wetter, ist die Lichtstärke des Umgebungslichts viel zu hoch, als dass man im Laptopdisplay noch vernünftig seine Mails lesen könnte. Zumal das WLAN vielleicht nicht soweit reicht. Vergessen Sie´s! Und wenn´s darum geht, mit dem Laptop halbwegs ergonomisch zu arbeiten, dann brauchen Sie eine Maus und evtl. eine Tastatur, damit Sie das Laptopdisplay in vernünftigem Augenabstand stellen können. In dem Fall braucht ein Laptop dann aber schon genauso viel Platz auf dem Schreibtisch wie der frühere PC - bei weitaus kleinerem Display. Und nicht immer räumt man den Laptop plus Zubehör nach dem Arbeiten weg. Wenn dann noch gedruckt werden soll - also ein Drucker direkt neben dem Laptop steht - beschränkt sich die Platzersparnis letztlich auf das "große" PC-Gehäuse, das eh unauffällig unter´m Schreibtisch stand.

Dafür bekommt man mit dem Laptop aber einige Nachteile:

- Ein Laptop hält durchschnittlich weniger lange wie ein PC. Denn Laptops unterliegen relativ großer mechanischer und thermischer Belastung, PCs im Normalfall nicht. (Die Scharniere des Displays seien hier exemplarisch erwähnt.)

 - Laptops haben naturgemäß kleinere und in den unteren Preisklassen dunklere Displays, da auf Gewichts-, Platz- und Energieersparnis geachtet wird - oder schlicht auf die Kosten. Entspannteres Arbeiten findet definitiv am PC-Monitor statt. (Kurz nebenbei: Einen großen Monitor kann man aber auch an seinen Laptop anschließen.)

- Ergonomisches Arbeiten gibt es bei Laptops kaum. (Krummer Rücken beim "Tippen auf der Couch", selbst an einem ordentlichen Schreibisch ist die Sitzhaltung am Laptop schlechter als an einem PC mit großem und vielleicht noch höhenverstellbaren Monitor.) An Firmen-Arbeitsplätzen sind sie daher ohne ext. Monitor und Maus/Tastatur gar nicht zulässig.

- Die Ersatzteilbeschaffung im Schadensfall ist oft langwieriger und manchmal unmöglich, da nur wenige standardisierte Komponenten verbaut sind und sich viele Teile von Laptopserie zu Laptopserie verändern. Selbst die Hersteller haben nicht alle Teile auf Lager und müssen ggf. bei der Anforderung die Teile erst in China nachbauen lassen. Im Extremfall ergeben sich 6-8 Wochen Wartezeit. Selbst innerhalb der Garantiezeit wurden mir schon Laptops vollständig gegen neuere Modelle getauscht wegen "Ersatzteilvakanzen"...

- Der Laptopakku verschleißt innerhalb 2-4 Jahren, auch wenn oft am Netzteil gearbeitet wird. Ein gleichwertiger Ersatzakku kostet knapp 100 Euro.

 

Ein Convertable ist eine Kombination aus Laptop und Tablet: Im Displaydeckel befindet sich die gesamte Technik plus Akku, die Tastatur (evtl. mit Zusatzakku und DVD-Laufwerk und weiteren Anschlüssen) lässt sich abziehen und das Display alleine dann wie ein Tablet bedienen. Convertables sind die teuersten Geräte, was Leistung pro Geldeinheit angeht und sind in meinen Augen eher Nischenprodukte.

 

 

Wenn Sie also genügend Platz für einen großen PC haben und nicht täglich zwei Stunden mit dem Zug zur Arbeit fahren oder in einer ähnlichen Situation arbeiten wollen/müssen, dann brauchen Sie eigentlich keinen Laptop und Sie sollten sich auch keinen als Erstgerät anschaffen. Die Nachteile überwiegen einfach. Und sollte Ihr Kind mit dem Argument kommen, dass es abends im Bett surfen will, hier ein Tipp: Das Bett ist der Laptop-Killer schlechthin! Denn auf dem weichen Untergrund sinkt der Laptop ein, kann von unten keine Luft mehr ziehen und überhitzt. Nach ein bis zwei Jahren hat sich´s dann erledigt mit dem Gerät. Auch Laptops, die hauptsächlich zum Spielen angeschafft werden, laufen bauartbedingt oft am thermischen Limit und leben meist nicht sehr weit über die Garantiezeit hinaus. Ein PC mit seinem großen Gehäuse hat da einfach die Nase vorn. Und glauben Sie´s mir: Ihre Urlaubsbilder schauen auch auf dem PC der Verwandtschaft gut aus! Einfach auf den Stick kopieren und mitnehmen. Für so eine seltene Ausnahme braucht man wirklich keinen eigenen Laptop kaufen.